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Thema des Monats September 2010: Wenn das Herz Hilfe braucht!
Konorare Herzkrankheit - wenn das Herz Hilfe braucht: So beugen Sie vor
Oft sind es Kalkablagerungen, die dazu führen, dass die Arterien verengt sind und das lebenswichtige Blut nicht mehr ungehindert zum Herzen zirkulieren kann. Ein dumpfes Drücken in der Brust oder Brennen in der Herzregion können erste Anzeichen einer so genannten „Angina Pectoris“ sein. Bei ihr handelt es sich um eine Schmerzattacke, ausgelöst durch Durchblutungsstörungen des Herzens, die meist durch eine Engstelle der versorgenden Adern rund um das Herz ausgelöst werden.
Herzerkrankungen zählen zu den häufigsten Ursachen für Arbeitsausfälle und frühzeitige Todesfälle in den Industrienationen. Denn falsche Lebensweisen wie Rauchen, Übergewicht und Stress fördern das Entstehen einer „Koronaren Herzkrankheit (KHK)“. Koronare Herzkrankheiten betreffen in Europa Männer wie Frauen gleichermaßen. Allein in Deutschland leben knapp drei Millionen Menschen mit einer KHK. Heutzutage gilt die KHK als eine der Haupttodesursachen auf der Welt. Maßgeblich für die Erkrankung ist, dass das Herz nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden kann, da die zuleitenden Adern verengt sind. Eine Blockade oder Verengung der Koronararterien erfolgt in Form so genannter „Plaques“, also langfristiger Ablagerungen an den inneren Arterienwänden. Die Plaques entstehen vorwiegend durch Cholesterin und Fett im Blut.
Die Entwicklung einer KHK ist zu einem Teil erblich bedingt, zu einem anderen Teil steht sie in Beziehung mit dem Alter. Ältere Menschen tragen generell ein höheres Risiko, eine Herzerkrankung zu erleiden. Aber es sind eben auch die individuellen Lebensbedingungen, die einen entscheidenden Einfluss nehmen. Viele der grundlegenden Risikofaktoren können Sie selbst kontrollieren. Zu diesen zählen der Blutdruck, der Cholesterinspiegel und das Gewicht. Eine gesunde, fettarme Ernährungsweise mit wenig Cholesterin, ist eine gute Basis, um Ihr Herz fit zu halten.
Auch stärken Omega-3-Fettsäuren das Herz. Denn Fett ist nicht gleich Fett. Zu einer herzfreundlichen Ernährung gehören ungesättigte Fette. Diese sind beispielsweise in Raps- oder Olivenöl enthalten. Auch die Omega-3-Fettsäuren, die sich reichlich in rotem Fisch wie Hering, Thunfisch oder Lachs, befinden, sind gut für das Herz. Schlecht im Sinne von potenziell schädigend wirken hingegen gesättigte Fettsäuren. Daher sollte zu Fritierfett und Butter nur in Maßen gegriffen werden. Auch Salz ist tendenziell nicht gut für das Herz. Über verschiedene Prozesse kann ein höherer Salzkonsum den Blutdruck in die Höhe treiben. Cholesterin und Salz – wer diese Stoffe meiden will glaubt schnell, man müsse zu allererst auf das Frückstücksei verzichten. Tatsächlich enthält ein Ei mittlerer Größe etwa 230 Gramm Cholesterin. Daher sagt man, Menschen mit Herzproblemen oder Bluthochdruck sollten Eier nur in Maßen konsumieren.
Das bedeutet aber nicht, dass das Frühstücksei komplett tabu sein muss. Denn es sind meist eher die in Nahrungsmitteln verarbeiteten Eier, die wir verzehren als frische Eier, ob nun gekocht oder gebraten. Von den etwa 10 Milliarden Eiern, die in Deutschland jedes Jahr von den Hennen gelegt werden, landet nur etwa die Hälfte direkt in den Haushalten der Verbraucher. Die andere Hälfte geht in die lebensmittelverarbeitende Industrie und in Großküchen und Bäckereien. In unzähligen Speisen, von den Vollei-Nudeln oder Fertiggerichten bis zu Keksen und anderen Süßspeisen sind Eier enthalten. Und auch das Salz, das wir aufnehmen, stammt in der täglichen Ernährung nur selten direkt aus dem Streuer. Oft sind es die Fertiggerichte, in denen sich immens viel Salz verbirgt. Etwa 80 Prozent des Kochsalzes, das wir täglich zu uns nehmen, stammt aus industriell bearbeiteten Lebensmitteln, sagen Mediziner. Wer sein Herz schonen will, sollte daher die Inhaltsangaben auf Tütensuppen, Fertigpizzen und Co. studieren oder direkt komplett auf derartige Nahrungsmittel verzichten. Sechs Gramm Salz pro Tag sollte man als Erwachsener zu sich nehmen, und nicht mehr. Das rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung.
Neben der Ernährung ist das Rauchen ein Risikofaktor für das Entstehen einer KHK. Wenn Sie rauchen, dann ist es für Ihr Herz das Beste, wenn Sie den Griff zum Glimmstengel sofort sein lassen. Rauchen schadet unserem Herz extrem. Die in einer Zigarette enthaltenen Substanzen schädigen die Blutgefäße, verringern die Sauerstoffzufuhr zum Herzen, erhöhen den Herzschlag und beschleunigen das Verkleben der Adern durch Ablagerungen.
Die KHK ist eine Erkrankung, die sich schleichend verschlimmert. Eine falsche Lebensweise führt über Jahre hinweg zu einer immer stärkeren Schädigung der koronaren Arterien. Die ersten Anzeichen wie Engegefühl in der Brust und Kurzatmigkeit empfinden viele Menschen noch nicht als Warnsignal. Tatsächlich steigt aber das Herzinfarktrisiko unablässig an. Eine Heilung der KHK ist nicht möglich, lediglich kann eine medikamentöse Behandlung das weitere Voranschreiten verzögern. Das Legen eines Herzkatheters ist in fortgeschrittenem Stadium ein Schritt, die beschädigten Adern zu ersetzen.
Die häufigste Ursache für die Verengung der Arterien, die das Herz mit Sauerstoff versorgen, ist die Arteriosklerose. Fette, Kohlenhydrate und andere Substanzen lagern sich an den Gefäßinnenwänden ab und führen damit zur „Arterienverkalkung“. Das Blut muss in Folge durch eine immer schmalere Röhre zum Herzen geleitet werden. Irgendwann kommt nicht mehr ausreichend Sauerstoff im Herzen an, um sein einwandfreies Funktionieren zu gewährleisten. Dadurch wird der gesamte Körper in Mitleidenschaft gezogen. Körperliche Betätigung wird immer mehr zur Anstrengung.Die Betroffenen fühlen sich abgeschlagen und immer weniger leistungsfähig. Thromosen, Herzinfarkt und Schlaganfall drohen.
Wenn Sie wissen möchten, wie gesund Ihr Herz ist, dann fragen Sie ihren Hausarzt um Rat. Mit einfachen Mitteln wie einem Belastungs-EKG (meist auf einem Fahrradergometer) kann festgestellt werden, wie gut es Ihrem Herzen geht. Die Früherkennung einer möglichen KHK ist essentiell, um Schlimmeres zu vermeiden. Und eine gesunde Lebensweise mit viel Bewegung – mindestens 30 Minuten am Tag – ist das beste Mittel, eine Koronare Herzerkrankung abzuwenden und sein Herz fit zu halten.
Extreme Hitze: Worauf sollten herzkranke Menschen achten?
Sommerliche Hitze mit sehr hohen Temperaturen über 30 Grad Celsius kann zur Herausforderung für Herz und Kreislauf werden. Das gilt besonders für ältere Menschen und solche, die bereits wegen Herz- oder Blutdruckproblemen in Behandlung sind. Mögliche Folgen der hohen Temperaturen sind Müdigkeit und Schwindel bis hin zum Kreislaufkollaps, außerdem Herzrhythmusstörungen oder auch Muskelkrämpfe. Wer diesen Komplikationen vorbeugen will, dem rät die Deutsche Herzstiftung, ein paar einfache Tipps zu befolgen.
Bei manchen Arzneimitteln für die Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann wegen extremer Hitze eine Änderung der Dosierung notwendig sein, zum Beispiel bei den blutdrucksenkenden Medikamenten für Bluthochdruckpatienten oder den Diuretika für Betroffene mit einer Herzschwäche. „Herzkranke Patienten sollten deshalb von ihrem behandelnden Arzt die Dosierung der verabreichten Medikamente überprüfen lassen“, rät der Herzspezialist Prof. Dr. med. Thomas Wendt vom Kardiocentrum Frankfurt und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Herzstiftung.
Verlust von Kochsalz und Elektrolyten ausgleichen
Besonders wichtig bei Hitze ist ausreichendes Trinken. „Schwitzen ist für den Körper wichtig, um bei großer Hitze Wärme abzugeben. Schnell können hierbei mehrere Liter Flüssigkeit und mit ihr Kochsalz und die Elektrolyte Kalium und Magnesium verloren gehen, die dem Körper wieder zugeführt werden müssen“, sagt Wendt. Patienten mit Herzschwäche, die aufgrund ihrer Erkrankung normalerweise nicht so viel trinken dürfen, sollten an heißen Tagen ihre Trinkmenge etwas steigern. Wer sich unklar über die richtige Menge ist, sollte dies am besten mit dem behandelnden Arzt besprechen.
Richtiges Getränk
Wichtig für den Kochsalz- und Elektrolyte-Ausgleich ist die richtige Getränkewahl. Geeignet sind Mineralwasser oder Fruchtsäfte, die auch miteinander gemischt werden können. Ebenfalls sinnvoll (Ausnahme: Patienten mit schwer einstellbarem Bluthochdruck) sind Gemüsebrühen, die den hohen Kochsalzverlust bei starkem Schwitzen ausgleichen. Abzuraten ist von alkoholischen Getränken. Zwar löscht ein kühles Bier kurzfristig den Durst, aber langfristig wird damit dem Körperkreislauf Flüssigkeit entzogen, was für den Organismus eine unnötige Belastung darstellt. Auch sollten die Getränke nicht zu kalt sein, da dies die körpereigene Wärmeproduktion anregen kann.
Bewegung und Sport auf den kühleren Morgen oder Abend verlegen
Wie steht es um Bewegung und Sport bei sommerlicher Hitze: Sollte man sich an heißen Tagen überhaupt körperlich betätigen? Herzpatienten und ältere Menschen sollten zwar Extremsituationen wie Hitze meiden, da sie das Herz-Kreislauf-System massiv schwächen kann. Dennoch ist Bewegung auch im Sommer wichtig. „Allerdings sollte man sportliche Aktivitäten an heißen Tagen auf die kühleren frühen Morgenstunden oder auf den späten Abend verschieben“, betont Wendt. Empfehlenswert sind Spaziergänge im kühleren Wald oder eine kleine Fahrradtour, da der Fahrtwind erfrischt. Selbstverständlich sollte man nicht mit Höchstleistungen beginnen, sondern dem Körper Zeit zum Akklimatisieren lassen. Bei erhöhten Ozonkonzentrationen in einer Sommersmoglage rät der Kardiologe den Herzpatienten, große Anstrengungen zu vermeiden.
Essen
Auch die Essgewohnheiten sollte man der Sommerhitze anpassen. Die Devise: lieber viele kleine als wenige üppige Mahlzeiten einnehmen. Besonders verträglich ist die Mittelmeerküche mit frischem Obst und Gemüse. Als ideales Mittagessen hat sich zum Beispiel ein einfacher Salat mit frischen Tomaten, Gurken und Paprika bewährt. (Herzstiftung)
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